Fortgeschrittene Themen

Feinabstimmung Ihrer Analyse

Nachdem wir die Grundlagen des Erstellens von Analysen und der Interpretation der Ergebnisse abgehandelt haben, ist es nun an der Zeit für ein paar fortgeschrittene Themen, die es Ihnen ermöglichen eine Feinabstimmung der Analyse an Hand Ihrer Interpretation der Informationen des Patienten vorzunehmen.

Die Themen, die wir behandeln werden, sind:
- Verwendung von Gewichtung.
- Ausbalancieren von Symptomen.
- Polare Rubriken und Kontraindikationen.
- Rubrikgruppen.
- Rubrikübersicht.
- Filtern der Ergebnisse nach Arzneimittelfamilien.

Viele Aktionen können gleichzeitig auf mehrere ausgewählte Zeilen angewendet werden.

Verwendung von Gewichtung

Jedem Symptom und jeder Rubrik kann eine bestimmte Gewichtung zugewiesen werden. Genauso wie Sie den Symptomen eines Patienten eine gewisse Relevanz zuordnen, oder ein Arzneimittel im Repertorium in unterschiedlichen Graduierungen vorkommen kann, können Sie jeden der Symptome und Rubriken eine gewisse Relevanz zuweisen.

Durch das Zuweisen eines höheren Wertes, werden die Symptome oder die Rubriken mit einer höheren Relevanz im Analyseergebnis gewertet.
Und durch das Zuweisen einer Gewichtung von 0, wird das Symptom oder die Rubrik komplett aus der Analyse ausgeklammert.

Wählen Sie zuerst ein Symptom oder eine Rubrik per Mausklick, um die Gewichtung zu setzen.
Nun gibt es mehrere Möglichkeiten eine Gewichtung vorzunehmen:
- Taste 0 (Menüoption Fall / Gewichtung / Ignorieren, Icon der Werkzeugleiste ).
- Taste 1 (Menüoption Fall / Gewichtung / Normale Gewichtung, Icon der Werkzeugleiste ).
- Taste 2 (Menüoption Fall / Gewichtung / Gewichtung x2, Icon der Werkzeugleiste ).
- Taste 3 (Menüoption Fall / Gewichtung / Gewichtung x3, Icon der Werkzeugleiste ).
- Taste 4 (Menüoption Fall / Gewichtung / Gewichtung x4, Icon der Werkzeugleiste ).

Das folgende Beispiel zeigt eine Analyse unter Verwendung von Gewichtung (nur zur Veranschaulichung)

Werfen Sie einen Blick auf die Icons der Werkzeugleiste auf der linken Seite. Die Schaltflächen der Werkzeugleiste zeigen immer den aktuellen Wert der Gewichtung des ausgewählten Symptoms oder der ausgewählten Rubrik.
Das X vor einem Symptom oder einer Rubrik gibt eine Gewichtung von 0 zu erkennen, womit es aus der Analyse ausgeklammert ist.

Ausbalancieren von Symptomen

Ausbalancieren von Symptomen ist ein erweiterter Analysemechanismus, der die Verwendung von vielen/wenigen Rubriken in einem Symptom kompensiert. Wenn das Ausbalancieren eingeschaltet ist (was der Normalfall ist), können Sie, ohne die Analyse durcheinander zu bringen, so viele Rubriken unter einem Symptom gruppieren wie Sie möchten.
In traditionellen Analysen, müssten Sie behutsam bei der Rubrikenwahl vorgehen, da bei der Formulierung eines bestimmten Symptoms, durch zu viele Rubriken, die Arzneimittel, die auf dieses einzelne Symptom passen, die ganze Analyse dominieren würden. Gleichermaßen ist es, wenn sie nur eine einzelne Rubrik verwenden. Die Arzneimittel in dieser Rubrik würden, im Vergleich mit Rubriken, die für andere Symptome verwendet werden würden, nicht ausreichend zur Gesamtanalyse beitragen.
Mit eingeschaltetem Ausbalancieren von Symptomen, wird jedes Symptom mit der Gewichtung (siehe Verwendung von Gewichtung oberhalb) die ihm zugewiesen ist, gewertet, egal ob Sie diesem eine einzelne oder z.B. 10 Rubriken zugewiesen haben.

Ausbalancieren von Symptomen können Sie mit dem Icon der Werkzeugleiste, welche Sie auf der rechten Seite des Fensters finden können. (Menüoption Analyse / Symptome ausbalancieren, Icon der Werkzeugleiste ).

Lassen Sie und ein Beispiel ansehen. In der folgenden Analyse werden, zur Erfassung der Kopfschmerzen, viele Rubriken verwendet. Wenn das Ausbalancieren von Symptomen nicht verwendet wird, dominiert Glonoinum das Ergebnis, während mit Ausblanacierung Natrium Muriaticum die Nase vorne hat.

Analyseergebnisse:

Ohne AusbalancierenMit Ausbalancieren

Beachten Sie: Das Ausbalancieren von Symptomen hat keinen Effekt auf die elementare Analyse Einfaches Zählen.

Polare Rubriken und Kontraindikationen

Polare Rubriken sind zwei Rubriken mit entgegengesetzter Bedeutung.
Das folgende Beispiel zeigt eine Analyse in der ursprünglich das Arzneimittel coff verordnet wurde:

Unter Allgemeines sehen wir zwei Rubriken, die beide eine polare Rubrik haben:
- bess - schl.
- Verlangen - Abneigung.

Sie können diese polare Rubriken in der Analyse verwenden, indem Sie das Icon der Werkzeugleiste auf der rechten Seite des Fensters betätigen. (Menüoption Analyse / Polare Rubriken, Icon der Werkzeugleiste ).
Jetzt werden unter beiden Rubriken bess und Verlangen deren polare Rubriken angezeigt.
Das Ergebnis der Analyse wird hierdurch auch verändert, da nun die Werte der Arzneimittel mit den Werten in deren polaren Rubriken korrigiert werden.

Das Arzneimittel coff ist nun rot gefärbt, weil es in dieser Analyse kontraindizier ist.
Um eine Kontraindikation handelt es sich, wenn ein Arzneimittel in einer Rubrik mit einem niedrigen Grad (1, 2, oder gar nicht) auftritt, in der polaren Rubrik jedoch mit einem hohen Grad (3 oder 4).

Ein komplexeres Beispiel finden Sie in der nächsten Bönninghausen-artigen Analyse:

Rubrikgruppen

Die Gruppierung von Rubriken wird dann verwendet, wenn Sie zwei oder mehrere Rubriken auswerten lassen möchten, als wären Sie zusammen eine einzelne Rubrik.
Es gibt zwei Arten Rubriken zu gruppieren:
- Kreuzen. Nur Arzneimittel die in ALLEN Rubriken vorkommen werden verwendet.
- Kombinieren. Arzneimittel aus JEDER der Rubriken werden verwendet.

Beispiele für Gruppierungen

Das Kreuzen von Rubriken kann dann nützlich sein, wenn im Repertorium keine Rubrik, die das Symptom eines Patienten exakt beschreibt gefunden werden kann, sondern nur allgemeinere Rubriken.
Zum Beispiel erzählt der Patient, dass er während des Fiebers morgens im Bett Angst hat. Das Repertorium enthält keine Rubrik Gemüt; Angst; morgens; Bett, im; Fieber, während. Stattdessen existieren zwei allgemeinere Rubriken Gemüt; Angst; morgens; Bette, im und Gemüt; Angst; Fieberhitze; während. Wenn Sie diese beiden Rubriken kreuzen wird eine neue gruppierte Rubrik erzeugt, die nur die Arzneimittel enthält, die in beiden Rubriken vorkommen.

Das Kombinieren von Rubriken kann nützlich sein, wenn der Patient ein Symptom äußert, das so nicht exakt im Repertorium gefunden werden kann, sich jedoch aus mehreren spezfischen Symptomen zusammensetzen lässt.
Zum Beispiel ein Verlangen nach Pizza. Warum mag der Patient Pizza? Vielleicht ist es der Teig (mehlige Speißen), die Tomanten, die Salami, die Anschovis, der Käse oder die Oliven. Es kann nützlich sein mehrere dieser spezifischen Rubriken in einer neue Rubrik zu kombinieren ohne die Analyseschemata durch das Hinzufügen vieler spezifischer Rubriken, die nicht wirklich relevant im Vergleich zu den Hauptbeschwerden des Patienten sind, durcheinander zu bringen.

Erstellen von Rubrikgruppen

Als Beispiel, ein Fall mit stechenden Kopfschmerzen während des Gehens und Furcht vor mehreren Arten von Tieren:

Wir wollen die zwei Rubriken, die zusammen den Kopfschmerz beschreiben, kreuzen. Wählen Sie die Rubrik Kopf; Schmerz, Kopfschmerz; stechender Schmerz, indem Sie auf sie klicken und dann das Icon betätigen. (Menüoption Fall / Gruppierung / Mit anderen Rubriken gruppieren..., Icon der Werkzeugleiste , Popup-Menüoption Gruppierung / Mit anderen Rubriken gruppieren...).
Es erscheint ein Dialog, in dem Sie die Rubriken wählen können, die mit der gewählten Rubrik verbunden werden sollen.
Wählen Sie oben die Option Kreuzen. Wählen Sie die Rubrik Allgemeines; Bewegung, Bewegungen; während; Gehen und bestätigen Sie dann mit der OK-Schaltfläche.

Für die zweite Gruppe benutzen wir eine andere Methode. Wählen Sie die drei Rubriken aus Geist, Gemüt; Furcht und drücken Sie wieder .

Wählen Sie nun die Option Kombinieren und bestätigen Sie dann mit der OK-Schaltfläche.

Die daraus resultierende Rubrikenliste sieht nun so aus:

Um eine Gruppe zu ändern, klicken Sie einfach auf die Hauptrubrik der Gruppe und drücken Sie . Im Dialog schalten Sie die Rubriken hinzu oder weg, indem Sie auf sie klicken. Sie können auch eine Rubrik aus einer Gruppe entfernen, indem Sie auf sie klicken und drücken. (Menüoption Fall / Gruppierung / Gruppierung entfernen, Icon der Werkzeugleiste , Popup-Menüoption Gruppierung / Gruppierung entfernen). Um eine Gruppe komplett zu entfernen, klicken Sie auf die Hauptrubrik der Gruppe und drücken . (Menüoption Fall / Gruppierung / Gruppierung entfernen, Icon der Werkzeugleiste , Popup-Menüoption Gruppierung / Gruppierung entfernen).

Es gibt zwei Menüoptionen, mit denen Sie schnell eine Gruppe erstellen können, ohne, wie oben gezeigt, Rubriken im Dialogfeld auswählen zu müssen.
Sie können zuerst zwei oder mehr Rubriken auswählen und dann kombinieren. (Menüoption Fall / Gruppierung / Ausgewählte Rubriken kombinieren, Popup-Menüoption Gruppierung / Ausgewählte Rubriken kombinieren).
Sie können zuerst zwei oder mehr Rubriken auswählen und dann kreuzen. (Menüoption Fall / Gruppierung / Ausgewählte Rubriken kreuzen, Popup-Menüoption Gruppierung / Ausgewählte Rubriken kreuzen).

Wie Rubrikgruppen in einer Analyse verwendet werden

Wenn Sie mehrere Rubriken kreuzen enthält die Gruppe nur diejenige Arzneimittel, die in allen Rubriken dieser Gruppe vorkommen. Der Grad des Arzneimittels ist der niedrigste Grad des Arzneimittels in allen Rubriken.

Wenn Sie mehrere Rubriken kombinieren enthält die Gruppe alle Arzneimittel, die in irgendeiner Rubrik dieser Gruppe vorkommen. Der Grad des Arzneimittels ist der höchste Grad des Arzneimittels, der in irgendeiner Rubrik gefunden wurde.

Rubrikübersicht

Manchmal ist es praktisch, sich einen Überblick von allen Rubriken einer Analyse, zusammen mit ihren Arzneimitteln, zu verschaffen.
Auch bei gruppierten Rubriken, möchten Sie vielleicht sehen, welche Arzneimittel in der resultierenden Gruppe vorkommen.

Um eine Übersicht über alle Rubriken zu erhalten, wählen Sie einfach Rubrikübersicht anzeigen. (Menüoption Fall / Rubrikübersicht anzeigen, control-V, Popup-Menüoption Mehr / Rubrikübersicht anzeigen).
Es öffnet sich das Suchmodul und gibt Folgendes aus:

Symptomklassifizierung

Einführung in die Symptomklassifizierung

Samuel Hahnemanns Organon und Die chronischen Krankheiten zeigen uns, dass Hahnemann seine Arzneimittel nicht aufgrund der Gesamtheit aller Symptome, welche in der gegenwärtigen und in vergangenen Situationen des Patienten zu finden sind, wählte. Er klassifizierte die Symptome des Patienten sorgfältig in eine Reihe von Kategorien und gründete seine Behandlung auf dieser Klassifikation.

Es stehen sowohl Hahnemanns Klassifikationen, als auch benutzerdefinierte Gruppen A, B, C, D und E für Ihren eigenen Gebrauch zur Verfügung.

Klassifizierungsoptionen, welche in der Werkzeugleiste auf der linken Seite des Bildschirms verfügbar sind:

SymbolNameBedeutung
PsoraDie Grundursache jeglicher Krankheit.
Organon 6. Auflage § 80 (psorisches Miasma).
EreignisBiographisches Ereignis; Dinge, die den Patienten zugestoßen sind und Auswirkungen auf Ihn hatten.
Akute Krankheiten.
Organon § 72 (schädigenden Einflüssen).
EpidemischKrankheiten, die von einer externe Quelle erworben werden; Grippe, Legionella, SARS, Masern, Mumps und andere.
Organon § 73 (epidemische Krankheiten).
Akut miasmatischKrankheit kommt von innen, oft ausgelöst durch ein Ereignis, ein Stimulus kommt von außen. Beschwerden sind heftig.
Organon § 73 (Exacerbation der latenten Psora).
Ererbte VeranlagungenKrankheiten, welche bei den Vorfahren auftraten und den Patienten genetisch weitergeben wurden.
IatrogenDer Gebrauch (Missbrauch) von Medikamenten; Impfungen.
Organon § 74.
SykoseInfektion mit Gonorrhö.
Organon § 79 (sykotisches Miasma).
SyphilisInfektion mit Syphilis.
Organon § 79 (syphilitisches Miasma).
Gruppe AFrei für eigene Verwendung.
Gruppe BFrei für eigene Verwendung.
Gruppe CFrei für eigene Verwendung.
Gruppe DFrei für eigene Verwendung.
Gruppe EFrei für eigene Verwendung.

Die Klassifikationen können auf jedes Niveau der Symptome oder individuellen Rubriken angewandt werden.
Die Klassifikation eines Symptoms wirkt sich auf alle Rubriken dieses Symptoms aus. Jede bisherige Zuordnung wird dadurch überschrieben.

Sehen Sie sich hierzu auch das Simple classification example im Demofall an.

Arzneimittelfilter und Klassifizierung

Wenn die Klassifizierung von Symptomen oder Rubriken in einer Analyse verwendet wird, werden die Arzneimittel einer jeden Analyse automatisch gefiltert. Diese Filterung erfolgt in Übereinstimmung mit den Informationen, die in Hahnemanns Werken zu finden sind.

Für Psora die Arzneimittel: alle Minerale und Nosoden, plus Lach, Lyc, Sep, aber ohne Merc.
Für Ereignis, Akut miasmatisch, Epidemisch die Arzneimittel: alle Pflanzen und Tiere, plus Merc, Ars, Ant-c.
Für Iatrogen die Arzneimittel welche in den Rubriken Vergiftung oder Missbrauch Medikamente, und Beschwerden nach Impfung vorkommen.
Für Ererbte Veranlagung die Arzneimittel: alle Nosoden.
Für die anderen Gruppen werden alle Arzneimittel angezeigt.

Zwischenablagen

Die Klassen A-B-C-D-E können auch als Zwischenablagen genutzt werden. Wenn Sie diese den Symptomen oder individuellen Rubriken zuordnen, ist es sehr einfach, verschiedene Blickwinkel für das Ergebnis der Analyse zu erzeugen.

Weitere Informationen

Die obigen Informationen über Klassifizierung sind beschränkt.
Hervorragenden Informationen, über die Verwendung von Hahnemanns Klassifikationen, finden Sie auf der Website www.ewaldstoteler.com

Zeige relative Relevanz

Im Tabellen- und Gitteranalysediagramm werden Arzneimittel, entsprechend ihres Grades, in 4 unterschiedlichen Stilen gezeigt. In der Berechnung der Analyseschemata wird ein exakterer Wert als 1-2-3-4 für jedes Arzneimittel verwendet. Es kann wichtig sein zu sehen, wie stark jedes Arzneimittel in den Analyseergebnissen gewichtet ist. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Sie Ihre eigenen Analyseschemata verwenden.

Sie können die relative Relevanz eines jeden Arzneimittels durch das Klicken von anzeigen. (Menüoption Analyse / Zeige relative Relevanz, Icon der Werkzeugleiste ).

In der Tabellenansicht werden die Arzneimittel dann als ein Quadrat mit einer hellen bis dunklen Farbe angezeigt. Je dunkler die Farbe, desto mehr relative relevant ist das Arzneimittel in der Analyse.
Vergleichen Sie bitte die folgenden zwei Bilder der gleichen Analyse. Das erste Bild zeigt die Arzneimittel mit Grad 1 bis 4, das zweite zeigt die Arzneimittel entsprechend ihrer relativen Relevanz für die Analyse.

In der Gitteransicht werden Arzneimittel normalerweise in unterschiedlichen Farben und mit unterschiedlicher Größe angezeigt. Wird die relative Relevanz angezeigt, werden alle Arzneimittel mit schwarzen Punkten mit einer variablen Größe gezeichnet. Je größer der Punkt, desto höher ist die relative Relevanz des Arzneimittels in der Analyse.